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Hanna Nitsch erhält den Kunstpreis 2019 der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Der Kunstpreis der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag wird seit 1988 vergeben. Frühere Preisträger*innen waren u.a. Candice Breitz, Marina Abramovic und Timm Ulrichs.

Das Werk der Braunschweiger Künstlerin Hanna Nitsch überrascht, irritiert und fasziniert immer wieder aufs Neue. Sehr früh hat sie ihre ganz eigene Bildsprache gefunden und entgegen zeitgeistiger Strömungen konsequent weiterentwickelt. Neben der Tusche sind in den letzten Jahren weitere Techniken hinzugekommen. Ohne Scheu sucht sie dabei das Risiko und kombiniert bewusst neue Techniken mit alten künstlerischen Medien. So entwickelt die Künstlerin eine ungewöhnlich komplexe Bildsprache, in der sie überkommene Rollenbilder und Stereotypen unserer Gesellschaft und Kultur als Künstlerin, Frau und Mutter hinterfragt.
Von Beginn an hat die Künstlerin sich selbst und ihre drei Kinder in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Untersuchungen gestellt. So verbindet man mit dem Namen Hanna Nitsch außergewöhnlich eindringliche Tuschezeichnungen von Cäcilia, Aaron und Elisabeth.
Derart intensiv hat sich wohl selten eine Künstlerin mit ihren Kindern bildnerisch auseinandergesetzt. Es ist und bleibt ein zeichnerisches Langzeitpsychogramm mit offenem Ende, womit Hanna Nitsch in der zeitgenössischen Malerei zweifellos eine ganz eigene und herausragende Position einnimmt.
Nach einem Studium der Philosophie und Germanistik in Freiburg, begann Hanna Nitsch Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe zu studieren, u.a. bei der Zeichnerin Silvia Bächli. 2007 schloss sie als Meisterschülerin und Jahrgangsbeste mit dem Meisterschülerstipendium der Hochschule der Bildenden Künste in Braunschweig ab. Weitere Preise und Förderungen folgten.
(Prof. Dr. Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg)


Neuer Katalog: Franziska Stünkel – »COEXIST«

Seit zehn Jahren reist die international ausgezeichnete Filmregisseurin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel durch Asien, Afrika, Europa und Amerika auf der Suche nach natürlichen Reflexionen auf Schaufensterglas, die in ihrer Verdichtung von der Koexistenz menschlichen Lebens erzählen. Zu höchster Komplexität aufgeladen, sind ihre Fotografien die Visualisierung der Gemeinsamkeiten und Gegensätze, die in unserer vielfältig vernetzten Welt bestehen. Die Künstlerin verzichtet dabei vollständig auf die digitale Nachbearbeitung ihrer Fotografien. Entstanden ist ein vielschichtiger Blick auf die hochaktuelle Frage nach Koexistenz in unserer Gegenwart, ergänzt durch Textbeiträge namhafter Autoren und Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen, darunter Künstliche Intelligenz, Biologie, Psychologie, Glücksforschung, Lingustik, Kultur und Angstforschung.

Texte: Karin Rehn-Kaufmann, Jannis Androutsopoulos, Borwin Bandelow, Türker Baş, Bela B Felsenheimer, Karen Guggenheim, Mark Stephen Meadows, Florian Langenscheidt, Piotr Młodozeniec, Iris Phan, Moritz Rinke, Anno Saul, Bernhard Schlink, Georg Toepfer, Stephen Vasconcellos

232 Seiten
110 Farbabbildungen
Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-86828-918-3
2019 Kehrer Verlag Heidelberg/Berlin

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